Die alte Trasse

Die Gleistrasse führte vom Naundorfer Haltepunkt der Roten Weißeritz folgend bis zum unteren Ortsteil von Schmiedeberg, wo sie nach dem Anschlussgleis zum Sägewerk Straube bei km 21,150 Fluss und Straße (B 170) überquerte.

Seit dem Bahnhofsumbau 1908 befand sich die Einfahrweiche aus Richtung Hainsberg direkt hinter der Kreuzung mit der Altenberger Straße. Damit stand ein etwa 150 m langes Gleis für Güterzugkreuzungen zur Verfügung.

Um 1910 war das Verkehrsaufkommen enorm, so dass hier eigens ein Weichenposten eingerichtet wurde. Für den Posten, der nur die Aufgabe hatte, die Einfahrweiche zu stellen, wurde ein kleines Holzhäuschen rechts der Weiche aufgestellt.

Fand in Schmiedeberg keine Zugkreuzung statt, befuhren die Züge im Normalfall das in Richtung Kipsdorf gesehen linke Gleis, so dass sie schließlich auf Gleis 2 im Bahnhof einfuhren. Das direkt vor der Wartehalle gelegene Gleis 1 wies einen sehr geringen Abstand zur selbigen auf, so dass es nur im Ausnahmefall und bei Kreuzungen befahren wurde.

Hatten bergwärts (Richtung Kipsdorf) fahrende Züge die Einfahrweiche passiert, fuhren sie in einen engen Rechtsbogen, in dem die Gleistrasse um fast 90°  in Richtung Bahnhofsgelände schwenkte. Ließ man dabei als Reisender den Blick in Fahrtrichtung links aus dem Fenster schweifen, konnte man die zum damaligen Zeitpunkt neu erbaute Siedlung am Molchgrund sehen.

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Nach Ausfahrt aus dem Bahnhof führte das Gleis mitten auf der Altenberger Straße am Hickmann’schen Gasthof und drei weiteren großen Gebäuden vorbei, geradewegs auf die markante Kirche zu. Kurz davor verschwenkte das Gleise an einer Kistenfabrik nach links, um hinter der Kirche durch den weiteren Ort zu führen. Etwas oberhalb wurde erneut die Altenberger Straße überquert. Danach ging es direkt entlang der Staatsstraße in Richtung Kipsdorf.

Bald darauf erreichte man den Anschluss des Eisenwerkes Schmiedeberg, des größten Anschließers der Bahn. Die hier umgesetzten Gütermassen lassen sich kaum beschreiben. Kohle, Roheisen und weiteres musste herangeschafft werden, dafür wurden lange Güterzüge mit offenen Wagen eingesetzt. Im Gegegenzug wurden Brückenteile, Profile oder andere Gussteile abtransportiert. Das Werk verfügte über eine eigene Rangierlokomotive der 750 mm-Spur, welche aber nicht die Staatsbahngleise befahren durfte. Der Anschluss wurde von Schmiedeberg aus bedient oder aber die Züge fuhren von Hainsberg direkt bis ins Werksgelände.

Hinter dem Eisenwerk wird es richtig bergig und man spürt die ganze Schönheit des östlichen Erzgebirges. Endlose Fichtenwälder und bewaldete Berghänge prägen nun das Landschaftsbild bis Kipsdorf.